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Aktuell
09.03.2010 | 08.00 Uhr

Frauen-Power sorgt für größten Erfolg des PSV
„Gold-Anna“ und Co. trumpfen bei Cross-DM groß auf

Vor der Deutschen Cross-Meisterschaft hatten die Läuferinnen und Läufer des PSV Grün-Weiß Kassel auf die eine oder andere Medaille gehofft. Dass es dann gleich drei Meistertitel und zwei Vizemeisterschaften wurden, „das hat die Erwartungen weit übertroffen“, so Trainer Winfried Aufenanger. Für den größten Erfolg in der Deutschen Meisterschafts-Geschichte des PSV sorgte vor allem der Frauen-Power. Denn die Frauen und Juniorinnen holten in Stockach am Bodensee drei von vier möglichen Gold- und eine Silbermedaille. Und diese war noch mehr wert als die drei Titel. Die 20-jährige Anna Hahner lief hinter der souveränen Siegerin Sabrina Mockenhaupt (21:59) auf Platz zwei im Frauenfeld (22:47 Minuten) und sorgte damit für eine echte Sensation. Mit dem Sieg bei den Juniorinnen und den Titeln mit dem Frauen- und dem Juniorinnen-Team wurde sie zur „Gold-Anna“ der Cross-DM.

Bei den Juniorinnen galt sie zwar als eine der Favoritinnen, dass sie im Frauenfeld so auftrumpfte, war für sie selbst „unglaublich, unbeschreiblich. Eine Medaille war mein Ziel, aber dieser zweite Platz ist eine Riesenüberraschung.“ Immer wieder schüttelte die Rimmelsenerin im Ziel den Kopf und konnte es nicht glauben. „Ich bin einfach nur superglücklich.“ Eigentlich galt Teamkameradin Simret Restle als heiße Kandidatin auf Platz zwei. Doch die 25-Jährige war zwei Tage vor der Meisterschaft von einem Magen-Darm-Infekt heimgesucht worden und ihr Start war nicht klar. Doch sie rappelte sich auf und stellte sich in den Dienst des ambitionierten Teams. Dann machte sie sich als Zweite auf die Verfolgung von Solistin „Mocki“ Mockenhaupt, bevor die Kraft nachließ und sie auf Platz fünf ins Ziel kam. Anna Hahner hatte sich das Rennen perfekt eingeteilt und machte in der letzten Runde schließlich ernst. Lohn für den taktisch erstklassigen Lauf auf dem nach dem urplötzlichen Schneetreiben sehr anspruchsvollen und demzufolge „Winter-Olympiareifen“ 6,8 km-Kurs: vier Medaillen. Und die entschädigen für die „schweren Beine“, die Anna nach dem Rennen spürte. Bald schon geht es nach Kanada zur Cross-Studenten-Weltmeisterschaft. „Das hat mir gut gefallen oben auf dem Podium“, sagt die Studentin – und gibt schon mal das Fernziel Olympia 2012 in London aus.

Mit ihrer überragenden Mannschaftskameradin freuen sich auch die anderen weiblichen grün-weißen Laufasse.
Simret Restle (5./23:03) und Lisa Hahner (12./23:44) sicherten sich gemeinsam mit Anna Hahner souverän den Meistertitel bei den Frauen, Anna und Lisa Hahner gemeinsam mit Dörte Nadler (19./24:13) den Sieg bei den Juniorinnen. Damit verteidigten die jungen PSV-Läuferinnen ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich und stellten auf den Plätzen eins, vier und sechs gleich drei Platzierungen unter den Top Six. Abgerundet wurde der Erfolg durch den vierten Platz bei den Frauen mit dem zweiten PSV-Team. Silke Optekamp bei ihrem Meisterschaftsdebüt für den PSV, (17./24:05), Dörte Nadler und Katrin Sporkmann (51./25:59) konnten damit sehr zufrieden sein. Stefanie Wiesmair war ebenfalls wegen einer Magen-Darm-Verstimmung kurzfristig ausgefallen – mit der zuverlässigen Thüringerin und den in Johannesburg beim JP Morgan-Lauf auf Platz zwei landenden Cross-Spezialistinnen Ellen Weber und Steffi Struschka wäre wohl eine noch bessere Ausbeute drin gewesen.

Im Glanz der Frauen lief es bei den Männern nicht ganz so rund. Für die fünfte PSV- Medaille sorgte einmal mehr der unverwüstliche Dauerläufer Jürgen Austin-Kerl. Mit Platz zwei in der M 40 bestätigte „JAK“ seine starken Leistungen des bisherigen Saisonverlaufes. Bester Kasseler und bester Hesse auf der 10,2 km-Langstrecke war Thomas Thyssen als 20. (31:36), der sich allerdings im Rennen an der Wade verletzte und eine bessere Platzierung deshalb nicht möglich war. Da Julian Flügel nach seinem Neuseeland-Aufenthalt und einer Verletzung noch nicht ganz fit war (36./32:29), Jörn Harland nach fünfwöchiger Zitterpartie erst ganz kurz vor der DM grünes Licht für einen Einsatz von den Ärzten bekommen hatte (38./32:33) und Neuzugang Boris Giesen (61./34:31) im Rahmen der Möglichkeiten blieb, musste sich das Team diesmal mit Rang sieben begnügen. Zwei Plätze besser war in der M 40/45 das Trio mit Jürgen Austin-Kerl (2.), Mathias Rüdiger (27.) und Jürgen Wagner (41.).

Bei seinem Debüt in der A-Jugend war für Robel Mesgena die 6,8 km-Distanz noch etwas zu lang – aber ein erster Prüfstein. Beim Sieg des U18-WM-Sechsten Marcel Fehr spurtete der 17-Jährige auf den letzten 400 Metern aber immerhin noch couragiert auf Platz sechs (20:48). Leider wurde das Team gesprengt, nachdem sich Laszlo Kroll in der dritten Runde bei einer Bergab-Passage eine Bänderdehnung zuzog. Marcel Saur wurde 66. (23:45).
Das starke Feld der B-Jugendlichen lag sehr eng zusammen. Der erste DM-Auftritt von Hendrik Franke im PSV-Trikot brachte Platz 44 (13:24), nachdem sich der 15-Jährige beim Start im Gewühl leicht verletzt hatte und sich von Platz 90 nach vorne arbeiten musste. Peter Zimmermann wurde 72., Leonard Wenning 105.

Ohne die verletzten Reinhard Leibold und Walter Wetzke mussten die „Oldies“ antreten. Bester in der Alterklassenwertung M60/M75 wurde Helmut Schulhauser als Siebter. Weitere Platzierungen: Klaus Kropsch (16.), Reinhardt Gehrmann (16.), Theo Hohmann (18.) und Wilfried Ebhardt (25.)

 
 
Foto:Auf dem Weg zu dreimal Gold und einmal Silber: Anna Hahner (431). (Foto: Jüst)
 
 
Foto: Grün-Weiße Frauen-Power (von links): Katrin Sporkmann, Simret Restle, Silke Optekamp, "Gold-Anna" Anna Hahner, Lisa Hahner, Dörte Nadler. (Foto: Jüst)
 
 
 
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